Bildschirmmüde: Warum wir uns wieder nach echten IRL Abenden sehnen
- Lisa Wegmann

- vor 3 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Irgendwann haben wir ein Wort für echtes Leben erfunden. IRL, in real life. Wie verrückt ist das? Früher war echtes Leben einfach das Leben. Es brauchte keine Abkürzung, weil es keine Alternative dazu gab. Dass wir heute zwischen dem echten Leben und dem Rest unterscheiden müssen, verrät, dass der Rest leise die Oberhand gewonnen hat.

Es liegt nicht am Handy
Die einfache Erzählung geht so: Wir starren zu viel auf Bildschirme, also weg damit, dann wird alles gut. Schön wäre es. Aber das Handy hat uns nichts gestohlen. Es ist nur in einen Raum eingezogen, der vorher schon leer stand.
Denn die Orte, an denen Menschen sich früher einfach getroffen haben, ohne Anlass, ohne Plan, ohne etwas zu bezahlen, sind dünn geworden. Der Verein, das Café um die Ecke, in dem immer dieselben Leute saßen, die lange Runde nach dem Kurs. Diese Räume, in denen man sich beiläufig und immer wieder über den Weg lief, gibt es im Erwachsenenalltag kaum noch. Der Bildschirm hat diese Lücke nicht gerissen. Er hat sie gefüllt.
Das ist wichtig, weil es die Schuldfrage verschiebt. Du bist nicht zu schwach für deine Bildschirmzeit. Dir fehlt ein Ort.
Warum der Bildschirm uns leer zurücklässt
Ein Abend auf dem Sofa mit dem Handy fühlt sich nicht schlecht an. Sprachnachrichten, Memes, der Gruppenchat, eine Folge noch. Es vergeht Zeit, und es ist angenehm. Trotzdem stehst du danach oft seltsam flach auf, als hättest du gegessen und wärst trotzdem nicht satt.
Das hat einen Grund. Der Bildschirm gibt uns die Form von Verbindung, aber selten ihren Inhalt. Likes, schnelle Antworten, das Gefühl, in Kontakt zu sein. Was fehlt, ist das Eigentliche: in einem Raum zu sitzen, gesehen zu werden, jemandem ins Gesicht zu reden und an seiner Reaktion zu merken, dass etwas ankommt.
Und genau dieses Eigentliche kennen wir alle. Nach einem Abend mit Menschen, die uns gut tun, sind wir müde, aber voll. Diesen Unterschied spürt man im Körper, nicht im Kopf. Wir wissen längst, was uns nährt. Wir wählen es nur immer seltener.
Die IRL Gegenbewegung läuft längst
Es ist kein Zufall, dass gerade jetzt Laufgruppen, Supper Clubs, Lesekreise und analoge Treffen aller Art zurückkommen. Dass Dinge, die Menschen in einen Raum bringen, plötzlich Wartelisten haben. Wir sind nicht zu wenig unterhalten und nicht zu schlecht informiert. Wir haben von all dem mehr als genug.
Woran es uns fehlt, ist Präsenz. Echte, geteilte Zeit mit anderen, ungeteilt durch einen Screen. Der neue Luxus ist nicht noch mehr Content. Es ist ein Abend, an dem das Handy in der Tasche bleibt, weil im Raum gerade etwas passiert, das interessanter ist.
Die Mühe ist der Punkt
Natürlich ist der Bildschirm bequemer. Er ist immer da, kostet keine Überwindung, verlangt nichts. Sich wirklich zu treffen ist anstrengender. Du musst raus, dich verabreden, hinkommen, da sein.
Aber genau diese Mühe ist nicht das Hindernis, sondern der Sinn der Sache. Was uns nichts abverlangt, gibt uns selten etwas zurück. Die Stunden, die zählen, sind fast immer die, für die wir uns ein kleines bisschen aufgerafft haben.
Wofür Bloomita gemacht ist
Genau deshalb bauen wir Abende in Wohnzimmern. Ein kleiner Kreis, echte Gesichter, ein Thema, das alle beschäftigt, und für ein paar Stunden volle Aufmerksamkeit. Kein Bildschirm dazwischen, kein Nebenbei. Nicht gegen das Digitale, sondern für das, was es nie ersetzen kann.
Wir verkaufen keine Information. Die gibt es online und gratis. Wir machen den Raum, in dem aus einem Thema ein echtes Gespräch wird, und aus Fremden manchmal mehr.
Wenn du in München bist und das Gefühl kennst, dass dir genau so ein Abend fehlt, schau dir die Themen an und finde deinen.
Deshalb gibt es jetzt das Matching. Du brauchst keine fertige Gruppe und musst niemanden überreden mitzukommen. Du suchst dir ein Thema aus, das dich interessiert, und wir verbinden dich mit anderen Frauen aus München, die zum selben Thema kommen wollen. Aus Fremden, die alle dasselbe gesucht haben, wird ein Abend. Und manchmal mehr als das.

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